!!@@Das legendäre *TrashKom* Forum@@!!


Fernab von allem Trubel dieser Welt, weit weit dort hinten, da, wo die Wolken die Erde berühren und noch ein Stück weiter, im Wolkenland, ragen majestätische, reinweiße Säulen in den Himmel. Einst waren es Träger eines schweren Daches, doch die Zeit reißt vieles mit sich, und so ist auch dieses Dach verschwunden. Stattdessen liegen moosbewachsene Trümmer auf der Erde, es kommen Blumen aus dem Schutt und der Wind streichelt sanft durch das Gras. Dieser Platz ist geradezu ideal für die Dichter unter uns, die Künstler, die kreativen Köpfe. Und so sieht man sie oft hier, in Gedanken versunken auf einem Stein sitzend, den Blick in die Ferne, träumend, um ab und an den Kopf zu senken und das Atmen vergessend viele wohlformulierte Zeilen zu schreiben. Oder sie wandeln durch die Säulen, unterhalten sich manchmal leise miteinander, und arbeiten vielleicht an einem gemeinsamen Werk. So sind sie alle in einem friedlichen Miteinander, verbunden durch etwas, was sich nicht benennen lässt und doch ganz allein in der Welt ihrer Gedanken.
Oder so war es zumindest vor langer Zeit einmal, als man noch nicht durch einen graudurchtränkten, hektischen Alltag hetzte. Heute wirkt es verlassen, das Wolkenland. Selten verirrt sich ein einsamer Wanderer hierher und noch viel seltener geschieht es, dass er selbst eine Geschichte hier ablegt statt nur in den staubigen Schriften der früheren Schreiber zu blättern, auf der Suche nach Abwechslung und Erholung.
Kein Wunder also, dass das Land der Geschichten und Sagen in Vergessenheit gerät.
Doch was wird sein, wenn die letzte Geschichte erzählt wurde, wenn es niemanden mehr gibt, der anderen einen Teil seiner Welt schenken möchte? Vielleicht werden dann die Säulen grau und bröckelig werden und bei ihrem Fall die früheren Schriften unter sich begraben. Dann werden die Wolken ihr Tor schließen, und es wird keinen Weg zurück mehr geben.
Aber noch stehen die Säulen, das Tor ist offen, und die sonnenbeschienene Ebene wartet freundlich auf die Schreiber, für die sie von jeher bestimmt waren.







!@ Die * Trash * Kom * Hallen * @!






Rede vom Gedicht

Das Gedicht ist nicht der Ort, wo die Schönheit gepflegt wird.

Hier ist die Rede vom Salz, das brennt in den Wunden.
Hier ist die Rede vom Tod, von vergifteten Sprachen.
Von Vaterländern, die eisernen Schuhen gleichen.
Das Gedicht ist nicht der Ort, wo die Wahrheit verziert wird.

Hier ist die Rede vom Blut, das fliesst aus den Wunden.
Vom Elend, vom Elend, vom Elend des Traums.
Von Verwüstung und Auswurf, von klapprigen Utopien.
Das Gedicht ist nicht der Ort, wo der Schmerz verheilt wird.

Hier ist die Rede von Zorn und Täuschung und Hunger
(die Stadien der Sättigung werden hier nicht besungen).
Hier ist die Rede von Fressen, Gefressenwerden
von Mühsal und Zweifel, hier ist die Chronik der Leiden.

Das Gedicht ist nicht der Ort, wo das Sterben begütigt
wo der Hunger gestillt, wo die Hoffnung verklärt wird.

Das Gedicht ist der Ort der zu Tode verwundeten Wahrheit.
Flügel! Flügel! Der Engel stürzt, die Federn
fliegen einzeln und blutig im Sturm der Geschichte!


Das Gedicht ist nicht der Ort, wo der Engel geschont wird.

Christoph Meckel


Lange Zeit hatte Meister Hora nur da gesessen und durch seine Brille gesehen. Mit einem Lächeln beobachtete er die neueren Vorkommnisse im Wolkenland, bei den alten Erzählungen die sich nun langsam und gemächlich mit neueren Geschichten zu vermischen begannen. Einen Moment blieb sein Blick bei einigen unschönen Beiträgen haften und ein wenig bekümmert dachte er, warum die Menschen wohl bei all ihrer Zeit noch immer nichts dazu gelernt zu haben schienen, warum sie selbst an einem friedlichen, ruhigen sonnigen Ort nicht davor haltmachten, Streit und Zwietracht zu sähen. Eine Weile betrachtete er den Troll, wie er sich in kindlicher Freude auf jede neue Geschichte zu stürzen schien, wie es ihn begeisterte die vielen neuen Besucher zu beobachten. Und wie es ihn bestürzte, immer wieder gezwungen zu sein, Papierfetzen an den geheimen Ort unter der Erde zu bringen - den Ort wo sich Verletzungen und Beleidigungen sammelten, unschöne Kampfschriften, die einen Schatten auf das Land in den Wolken warfen.
Immer noch lächelnd dachte er darüber nach, Kassiopaia zu Momo zu senden und sie und ihre Freunde zum Ort der Geschichten führen zu lassen. Er sah sich um und bemerkte, dass die Schildkröte nicht mehr bei ihm war - sie war bereits auf dem Weg zum alten Amphitheater.

---

„Kassiopaia!“ rief Momo erfreut aus und lief auf die Schildkröte zu, um sie zu umarmen. „Was machst du denn hier?“
Auf Kassiopaias Rücken erschienen die Worte: „Ich soll dich zu dem Land in den Wolken führen“
„Ein Land in den Wolken?“ fragte Momo verwundert.
„Ja“
„Was finde ich dort?“
„Den Ort der Geschichten.“
„Alle Geschichten, die je erzählt wurden?“
„Nur die Geschichten, die man dort hingebracht hat.“
„Sind es viele?“
„Es werden bald mehr.“

Geduldig folgte Momo dem langsamen Gang der Schildkröte, die ganze Gegend erinnerte sie sehr an den Weg zu Meister Hora und sie überlegte, woher diese Ähnlichkeit kommen mochte.
„Auch das Wolkenland liegt außerhalb der Zeit“ erschien auf Kassiopaias Rücken.
„Aber wie finden die Menschen dort hin, wenn du sie nicht führst?“
„Sie werden von den Geschichten in ihren Herzen getragen.“

Beeindruckt betrachtete Momo die Wolken die sich immer höher vor sie auftürmten. Sie fragte sich, wie sie dort hineinkommen sollte, da erkannte sie, wie dort wo Kassipaia ging ein Weg entstand. Vorsichtig setzte das Mädchen einen Fuß auf den weißen Boden, und tatsächlich, er trug. Es fühlte sich weich an unter ihren bloßen Füßen, ganz anders als der Asphalt der Straßen, durch die sie zuerst gegangen waren. Und dann standen sie auf einmal vor großen weißen Säulen, die sie zuerst für weitere Wolkentürme gehalten hatte. Sie durchschritten eine große Pforte, an der ein Schild angebracht war. Langsam entzifferte Momo die in alter Schrift geschriebenen goldenen Lettern.


Die TrashKomHallen - Ort der Geschichten


Hier treffen sich all jene, die ihre Erzählungen mit anderen teilen wollen. Geschichten oder Gedichte eines anderen Schreibers weiterzuerzählen ist nicht nur erlaubt sondern auch erwünscht. Gesehen ist hier jeder gerne - solange er darauf verzichtet, andere beleidigen oder verletzen zu wollen


„Ein seltsamer Text“ dachte Momo. „Wer käme schon auf die Idee ein Gedicht oder eine Geschichte mit einer Beleidigung zu beantworten?“
Und dann stand sie auf einmal vor Regalen mit unmengen von Büchern, Papierfetzen und Pergamentrollen. Auch auf dem Boden häuften sich die Schriftstücke. Und alles vergessend begann sie, darin zu stöbern und versank schließlich voll und ganz in einer Geschichte - ihrer Geschichte, die hier bereits geschrieben stand.


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